Glossar

Was ist EBICS?

EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) ist ein sicheres Bankkommunikationsprotokoll, das es Unternehmen ermöglicht, Zahlungsdateien und Kontoauszüge automatisch mit ihren Banken auszutauschen, ohne das E-Banking-Portal zu nutzen. In der Schweiz wird es für die Übermittlung von pain.001-Aufträgen und den Empfang von CAMT-Auszügen verwendet.

Definition

EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard, auf Deutsch Elektronisches Bankkommunikationssystem für internetbasierte Kommunikation) ist ein standardisiertes sicheres Bankkommunikationsprotokoll zwischen Unternehmen und ihren Banken. Es ermöglicht den automatisierten Austausch von Zahlungsdateien und Kontoauszügen über das Internet, ohne ein E-Banking-Portal zu nutzen.

EBICS entstand in Deutschland und hat sich nach und nach als Referenzprotokoll in der Schweiz, Frankreich, Österreich und anderen europäischen Ländern etabliert.

Wie es funktioniert

EBICS basiert auf einer sicheren Client-Server-Architektur:

  1. Initialisierung (einmalig): Das Unternehmen generiert kryptografische Schlüssel (RSA) in seiner Software und übermittelt sie der Bank über ein Initialisierungsformular (INI/HIA). Die Bank aktiviert das EBICS-Konto.
  2. Automatisierte Kommunikation: Nach der Initialisierung kann die Software des Unternehmens jederzeit ohne menschliches Eingreifen eine Verbindung zur Bank herstellen.
  3. Dateiübermittlung: Das ERP sendet Zahlungsaufträge (pain.001) oder fordert Kontoauszüge (camt.052, camt.053, camt.054) über verschlüsselte EBICS-Anfragen an.
  4. Starke Authentifizierung: Jede Transaktion wird elektronisch mit dem privaten Schlüssel des Unternehmens signiert. Einige Banken verlangen eine Doppelunterschrift (Genehmigung auf zwei Ebenen).

Die Vorteile

Gegenüber dem manuellen E-Banking bietet EBICS:

  • Vollständige Automatisierung: Import von Kontoauszügen jeden Morgen, Batch-Übermittlung von Zahlungen nach Freigabe im ERP.
  • Multi-Banking: Eine einzige Software kann gleichzeitig mehrere EBICS-Verbindungen zu verschiedenen Banken verwalten.
  • Erhöhte Sicherheit: AES-256-Verschlüsselung, RSA-Signatur, HTTPS-Protokoll — sicherer als die meisten E-Banking-Portale.
  • Schnelligkeit: CAMT-Auszüge sind ab ihrer Erstellung durch die Bank verfügbar, ohne dass der Benutzer sich einloggen muss.

Schweizerischer Kontext

In der Schweiz wurde EBICS im Rahmen der ISO-20022-Migration als Standard für den Austausch zwischen Banken und Unternehmen eingeführt. Es ersetzte die früheren proprietären Dateiübertragungskanäle (ETTV, BTL91). SIX Group koordiniert die EBICS-Implementierungsregeln für den Schweizer Markt (technische Spezifikationen in den Swiss Payment Standards, SPS).

Für sehr grosse Unternehmen mit bedeutendem internationalem Zahlungsverkehr bleibt SWIFTNet FileAct eine Alternative, aber EBICS ist für Schweizer KMU und Mittelbetriebe in der Regel ausreichend und kostengünstiger.

Wie Neoffice es nutzt

Neoffice integriert einen pro Bank konfigurierbaren EBICS-Connector. Nach der Initialisierung (geführter Prozess im ERP) werden die CAMT.053- und CAMT.054-Auszüge täglich automatisch importiert. Im ERP genehmigte pain.001-Zahlungsaufträge werden mit elektronischer Signatur direkt an die Bank via EBICS übermittelt. Kein manuelles Herunterladen oder Hochladen ist erforderlich.

Questions fréquentes — EBICS

Was ist der Unterschied zwischen EBICS und klassischem E-Banking?

Wie verbindet man sich mit einer Bank über EBICS?

Welche Schweizer Banken bieten EBICS an?

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