Was ist der Schweizer Kontenrahmen?
Der Schweizer Kontenrahmen ist das Klassifikationsreferenzwerk für Konten, das von Schweizer KMU verwendet wird. Er wird von veb.ch (früher EXPERTsuisse für KMU) herausgegeben und ist nach der Norm Sterchi strukturiert, die die Konten in homogene Klassen gliedert und die Erstellung von Jahresabschlüssen vereinfacht.
Definition
Der Schweizer Kontenrahmen für KMU ist ein Referenzwerk zur Nomenklatur und Klassifikation der Buchführungskonten, das von veb.ch (Verband der Experten in Rechnungslegung und Controlling, früher KMU-Sparte von EXPERTsuisse) herausgegeben wird. Er wird gemeinhin als «Kontenrahmen Sterchi» bezeichnet, in Anlehnung an einen seiner Hauptautoren.
Anders als in einigen Ländern, wo ein gesetzlicher Kontenrahmen vorgeschrieben ist, lässt die Schweiz den Unternehmen die Freiheit, ihren Kontenrahmen selbst zu wählen, sofern die Grundsätze des Obligationenrechts (OR) eingehalten werden. Der veb.ch-Kontenrahmen hat sich dennoch als De-facto-Standard für Schweizer KMU und Treuhänder etabliert.
Aufbau in Klassen
Der KMU-Kontenrahmen ist in 9 Klassen gegliedert, die jeweils gleichartige Konten zusammenfassen:
| Klasse | Bezeichnung |
|---|---|
| 1 | Umlaufvermögen (Flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte) |
| 2 | Anlagevermögen (Mobiliar, Maschinen, Liegenschaften) |
| 3 | Kurzfristiges Fremdkapital (Lieferanten, geschuldete MwSt) |
| 4 | Langfristiges Fremdkapital und Rückstellungen |
| 5 | Eigenkapital (Aktienkapital, Reserven, Gewinn) |
| 6 | Betriebsaufwand (Löhne, Einkäufe, Mieten) |
| 7 | Betriebsertrag (Umsatz, Finanzertrag) |
| 8 | Ausserordentliche und betriebsfremde Ergebnisse |
| 9 | Abschlusskonten |
Die Konten sind vierstellig nummeriert (z. B. 1020 = Bank, 2000 = Lieferanten, 3000 = Umsatz).
MwSt-Konten
Der Schweizer Kontenrahmen enthält dedizierte MwSt-Konten, darunter:
- 1170 — Vorsteuer auf Warenlieferungen
- 1171 — Vorsteuer auf Investitionen und anderen Aufwendungen
- 2200 — Geschuldete MwSt (effektive Methode)
- 2201 — Bezugssteuer
Diese Konten werden direkt zur Erstellung der vierteljährlichen ESTV-Abrechnung verwendet.
Schweizer Kontext
Das Obligationenrecht (OR), revidiert 2012 (Inkrafttreten 2013), hat die Buchführungspflichten für Schweizer Unternehmen verschärft. Es schreibt eine ordnungsgemässe Buchführung, die Erstellung eines Jahresabschlusses (Bilanz, Erfolgsrechnung, Anhang) sowie die zehnjährige Aufbewahrungspflicht vor. Für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 000 CHF gelten verschärfte Rechnungslegungsnormen.
Die Schweiz kennt auch übergeordnete Rechnungslegungsnormen für grössere Unternehmen: Swiss GAAP FER (für mittlere bis grosse Unternehmen) und IFRS (für kotierte Gesellschaften). KMU verwenden in der Regel ausschliesslich das OR-Rechnungslegungsrecht.
Wie Neoffice dies anbietet
Neoffice wird mit dem vorinstallierten Schweizer KMU-Kontenrahmen (veb.ch) geliefert. Bereits bei der Erstellung des Unternehmens im ERP stehen die über 200 Standardkonten zur Verfügung, und die MwSt-Zuordnungen sind bereits eingerichtet. Treuhänder finden so eine vertraute Struktur vor und können Buchungen direkt in ihr Revisionstool importieren.
Termes liés
Questions fréquentes — Schweizer Kontenrahmen
Ist der Schweizer Kontenrahmen obligatorisch?
Wie ist der Schweizer KMU-Kontenrahmen aufgebaut?
Muss der Schweizer Kontenrahmen für die MwSt-Abrechnung eingehalten werden?
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