Welche MwSt-Sätze gelten in der Schweiz?
Seit dem 1. Januar 2024 wendet die Schweiz drei MwSt-Sätze an: den Normalsatz von 8,1 %, den reduzierten Satz von 2,6 % und den Sondersatz für Beherbergung von 3,8 %. Diese Sätze wurden zur Finanzierung der AHV nach der Volksabstimmung vom September 2022 angehoben.
Definition
Die Schweiz wendet ein Mehrwertsteuersystem mit mehreren Sätzen an, das von der ESTV (Eidgenössische Steuerverwaltung) verwaltet wird. Anders als die Europäische Union, die einen Mindestnormalsatz von 15 % vorschreibt, hat die Schweiz historisch zu den niedrigsten Steuersätzen Europas gezählt, was ihrer liberalen Steuerpolitik entspricht.
Die drei Sätze seit 2024
Seit dem 1. Januar 2024 gelten drei Steuersätze, die infolge der Volksabstimmung vom 25. September 2022 zur Genehmigung der AHV-Reform 21 angehoben wurden:
| Satz | Wert | Alter Wert (vor 2024) |
|---|---|---|
| Normalsatz | 8,1 % | 7,7 % |
| Reduzierter Satz | 2,6 % | 2,5 % |
| Sondersatz Beherbergung | 3,8 % | 3,7 % |
Normalsatz (8,1 %)
Gilt für alle Waren und Dienstleistungen, die nicht ausdrücklich dem reduzierten Satz oder dem Sondersatz unterliegen. Dazu gehören: IT-Dienstleistungen, Beratung, Transport, Handwerk, Telekommunikation, Gastronomie, Bekleidung, Elektronik usw.
Reduzierter Satz (2,6 %)
Gilt insbesondere für:
- Lebensmittel und alkoholfreie Getränke (Wasser, Fruchtsäfte usw.)
- Medikamente und Heilmittel für den menschlichen Gebrauch
- Zeitungen, Zeitschriften, Bücher (gedruckt und elektronisch)
- Samen, Pflanzen und Blumen (geschnitten und im Topf)
Sondersatz Beherbergung (3,8 %)
Reserviert für Beherbergungsleistungen: Hotels, Campingplätze, Jugendherbergen, Ferienwohnungen, Bed & Breakfasts. Dieser sogenannte «Sondersatz» wurde zur Unterstützung des Schweizer Tourismussektors eingeführt.
Historik der Sätze
Die MwSt wurde in der Schweiz am 1. Januar 1995 mit 6,5 % eingeführt. Sie wurde mehrfach angehoben: 7,5 % im Jahr 1999, dann ab 2011 eine Drei-Sätze-Struktur. Die Anhebung per 1. Januar 2024 ist die bisher letzte, im Zusammenhang mit der Finanzierung der AHV-Rentenerhöhung.
Schweizer Kontext
Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, legt sie ihre MwSt-Sätze frei fest. So kann sie Sätze aufrechterhalten, die deutlich unter denen ihrer Nachbarn liegen (Frankreich: 20 % normal, Deutschland: 19 %, Italien: 22 %). Dieser Unterschied wirft praktische Fragen für Schweizer KMU auf, die ausserhalb des Landes verkaufen oder einkaufen: Exportierte Leistungen sind in der Regel von der Schweizer MwSt befreit, während importierte Dienstleistungen der Bezugssteuer (Selbstveranlagung) unterliegen können.
Wie Neoffice sie anwendet
Neoffice ermöglicht die Konfiguration des Standard-MwSt-Satzes für jeden Artikel oder jede Dienstleistung im Katalog. Bei der Erstellung einer Rechnung wird je nach Art der Leistung automatisch der richtige Satz auf jede Zeile angewendet. Bei gesetzlichen Satzänderungen (wie jener vom 1. Januar 2024) ist eine globale Aktualisierung ohne manuelle Neueingabe möglich.
Termes liés
Questions fréquentes — Schweizer MwSt-Sätze
Welche Waren und Dienstleistungen unterliegen dem reduzierten Satz von 2,6 %?
Gilt der Satz von 3,8 % nur für Hotels?
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