Glossar

Was ist das BVG?

Das BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge) bildet die zweite Säule des schweizerischen Drei-Säulen-Systems. Es ist für die meisten Arbeitnehmenden obligatorisch und soll den Lebensstandard im Alter ergänzend zur AHV sichern.

Definition

Das BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, auf Französisch LPP) trat am 1. Januar 1985 in Kraft. Es bildet die zweite Säule des schweizerischen Vorsorgesystems. Zusammen mit der AHV (1. Säule) soll das BVG den Versicherten ein Renteneinkommens von rund 60% des letzten Lohns sichern.

Wie es funktioniert

Im Gegensatz zur AHV (Umlageverfahren) funktioniert das BVG nach dem Prinzip der individuellen Kapitalisierung: Die Beiträge jeder versicherten Person werden auf ihrem persönlichen Konto bei einer Pensionskasse (Vorsorgeeinrichtung) angesammelt. Bei der Pensionierung wird das aufgebaute Kapital in eine lebenslange Rente umgewandelt (oder teilweise als Kapital ausgezahlt, je nach Reglement).

Das BVG-System umfasst zwei Teile:

  • Obligatorisches BVG: Die gesetzlich definierten Mindestleistungen, berechnet auf dem koordinierten Lohn.
  • Überobligatorisches BVG (umhüllend): Die von der Pensionskasse über das gesetzliche Minimum hinaus angebotenen Zusatzleistungen.

Beiträge und Altersgutschriften

Die BVG-Beiträge werden auf dem koordinierten Lohn berechnet (Jahresbruttolohn abzüglich eines Koordinationsabzugs, um eine Doppelfinanzierung mit der AHV zu vermeiden). Sie werden als Prozentsatz des koordinierten Lohns ausgedrückt und variieren je nach Alter der versicherten Person (Altersgutschriften):

  • Die Sätze steigen mit dem Alter (höher zwischen 45 und 65 Jahren als für 25- bis 34-Jährige).
  • Der Arbeitgeber finanziert mindestens die Hälfte der Beiträge.

Neben der Altersvorsorge deckt das BVG auch den Tod (Ehegattenrente, Waisenrente) und die Invalidität (BVG-Invalidenrente) ab.

Schweizerischer Kontext

Das BVG wird von eigenständigen Vorsorgeeinrichtungen (Pensionskassen) verwaltet, die das Vermögen ihrer Versicherten anlegen. Im Falle der Insolvenz einer Kasse deckt der BVG-Sicherheitsfonds (öffentlichrechtliche Einrichtung) die gesetzlichen Mindestleistungen.

Die Reform BVG 21 zur Modernisierung der 2. Säule (insbesondere zur Verbesserung der Absicherung von Teilzeitbeschäftigten und Geringverdienenden) wurde der Volksabstimmung 2024 unterbreitet.

Der Vorsorgeausweis, den jede versicherte Person jährlich erhält, fasst ihr Altersguthaben, ihre versicherten Leistungen und ihre Beiträge zusammen.

Wie Neoffice es verwaltet

In Neoffice werden die BVG-Parameter (Eintrittsschwelle, Koordinationsabzug, Altersgutschriften nach Altersklassen, Arbeitgebersatz) einmal pro Pensionskasse konfiguriert. Das Lohnmodul berechnet automatisch den Beitrag jedes Mitarbeitenden gemäss seinem Alter und seinem koordinierten Lohn. Die Abrechnungen werden für die Pensionskasse erstellt und in die monatliche Lohnabrechnung integriert.

Questions fréquentes — BVG

Ab welchem Lohn ist das BVG obligatorisch?

Wer zahlt BVG-Beiträge: Arbeitgeber oder Arbeitnehmende?

Was passiert mit dem BVG, wenn ein Mitarbeitender das Unternehmen verlässt?

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